Bezahlen in Malaysia

Währung Malaysia Ringigtt SenRinggitt

Malaysia kommt einem streckenweise vor, wie ein europäisches Land. Alles ist sauber, die Schnellstraßen sind hochmodern. Links und rechts mutet die Landschaft, sehen die kleinen Weiler zwischen den Wäldchen aus, wie kurz vor Stuttgart oder Baden Baden. Es gibt keine alten Autos und Mopeds, wie in Vietnam sieht man auch nur sehr selten.

„Es gibt keine Armut in Malaysia“ sagt dann auch die malaysische Reiseführerin. Natürlich gibt es auch vereinzelt die Menschen, die gesellschaftlich abgehängt sind, die vielleicht alkoholkrank sind, mit Schicksalsschlägen nicht klar gekommen sind, keine Wohnung haben. In Kuala Lumpur fallen sie nicht so auf, wenn man New York oder Frankfurt kennt. Die Glas und Metallfassaden der Hochhäuser überstrahlen alles.

Neben dem Ticketautomaten der Schnellbahn sitzt einer. Bald sind die Uniformierten bei ihm und scheuchen ihn weg. Der Mann steht lächelnd auf und torkelt davon. Wohin auch immer. Alles ging aber auch so schnell. Vielleicht hätte ich ihm doch noch ein paar Sen Münzen zustecken sollen. Ich betrachte die Münzen in meiner Hand, 50, 20, 10 und 5 Sen. 100 Sen sind 1 Ringitt. Ein Ringitt ist umgerechnet 0,21 Euro.

Kuala Lumpur HochbahnTouristen in Malaysia

Backpacker, die Asien bereisen müssen Malaysia auch „machen“. Aber sie sind ungerne hier und nutzen das Land lieber nur als Transit, um von Thailand nach Indonesien zu gelangen oder kurz in Singapur reinzuschauen. Malaysia ist etwas teurer, als die anderen asiatischen Länder. Gut, es gibt auch preiswerte Unterkünfte, und wer das Glück hat, einen APA Guide oder einen Stefan Loose Malaysia mit Notizen in einer Café-Bücherei zu finden, der kann preiswert Essen.
Aber für den normalen Touristen, zum Beispiel auf Lankawi, kostet das Leben etwas mehr. Nicht soviel, wie in Europa, aber doch empfindlich mehr, als auf Phuket oder auf Bali.

Es gibt allerdings nicht nur Lankawi. Es gibt auch eine sehr lange Ostküste, wo es ebenfalls wunderbare Sandstrände und jede Menge Hotelanlagen gibt. Aber die Ostküste wird eher von Asiaten besucht. Entsprechend ist das Essensangebot in den Restaurants nicht überwiegend westlich orientiert. Und es ist laut. Karaoke ist nun einmal eine Leidenschaft, die wir Europäer nicht leicht nachvollziehen können.

Rainforest MalaysiaRainforest Taman Negara

 

Was Malaysia noch bietet, das sind die wenigen verbliebenen Dschungelgebiete, die unter Naturschutz stehen.

In dem langgestreckten Land, in dem man glaubt, dass die Natur  ausschließlich aus Palmölplantagen besteht, überraschen kleine Camps mit modern eingerichteten Bungalows mitten im ursprünglichen Dschungel.

Für die Touristen gibt es Holzwege und schwindelerregende Baumwipfelpfade genauso, wie die Speedboat Fahrten auf schaurig-schönen Flüssen hin zu Wasserfällen, wie sie vor Tausenden von Jahren schon bestanden haben. Und wenn der zutrauliche Tapir den weniger zutraulichen Makaken die Küchenabfälle wegschnappt, dann erleben die Gäste des Taman Negara Resort, wie man sich im Rainforest von Malaysia durchzuschlagen hat.
Da verscheuchen keine Uniformierten die Tiere.

China Datong

Shanhua Kloster

Huayang Kloster

Datong China Huayang Kloster Fotos: Michael Barawanski

 

 

 

 

Datong City ist eine touristische Attraktion, die sehr beliebt bei den Chinesen ist. Sehenswert ist das Höhlenkloster, die Hölzerne Pagode und das Shanhua-Kloster.

Die mächtige Stadtmauer im Stil der Ming Dynastie wurde erst  nach dem Jahr 2008 gebaut, um Datong touristisch noch wertvoller zu machen.

Mondkuchen

MondkuchenZum alljährlichen Mondfest besuchen die Chinesen gerne diese Sehenswürdigkeit.
Zum Anlass des Mondfest werden kleine Kuchen gebacken, die mit Süßem oder Würzigem gefüllt sind. Diese Pinyin yuèbǐng werden verschenkt und bringen somit dem Schenker und beschenkten Glück. Auf die Küchlein sind chinesische Schriftzeichen in den Teig gedruckt, mit denen Glück oder lange Gesundheit gewünscht wird.

Sie gelten als Vorläufer der Glückskekse, in denen zur Mongolenzeit geheime Botschaften transportiert worden sein sollen.

Vietnamesische Dong

5000 Dong Banknote mit Ho Chi MinhĐồng, Hào, Xu

10.000 Dong sind etwas um die 0,38 Euro. Das heißt, man muss schon dicke Taschen haben, wenn man zum Einkaufen in Vietnam geht.

Ob es ein Erbe der französischen Zeit ist, dass Dong so merkwürdig geschrieben wird, das konnte mir niemand beantworten. Aber mit Đồng ist jeder normale Editor in den USA und in Europa ausgereizt.

1 Đồng ist in 10 Hào oder 100 Xu aufgeteilt, die es früher in Münzen gab, heute aber gar nicht mehr im Umlauf sind. Die größte Banknote ist der 100.000 Dong Schein.

 

10000 Dong BanknoteAlso 3,40€, für die man in Ho Chi Minh Stadt, dem früheren Saigon im Süden Vietnams, an der Mündung des Mekong eine Fußmassage von 20 Minuten, vier Nudelsuppen im Pho Hoa, eine kleine Stadtrundfahrt im Taxi oder eine große Sightseeing Tour auf dem Sozius eines Mopeds erhält.

Weitere Banknoten gibt es aus Kunststoff bis zur 500.000 Dong Folie. Für diese umgerechnet 17 Euro kann man in Vietnam ganz schön einen krachen lassen.

Im Norden Vietnams, in der Hauptstadt Hanoi gibt es dafür eine ganztägige Fahrt durch die Halong Bucht.
Mit Essen an Bord.

Fussmassage in Ho Chin Minh Stadt

 

Nur in Myanmar ist übrigens der tatsächliche Wert einer Währung im Land selbst so krass unterschiedlich zum Wechselkurs westlicher Währungen. Vietnamesen leben ausgezeichnet mit den dicken Geldbündeln in der Tasche.

Entsprechend abgenutzt sind die meisten kleinen Banknoten aus Papier.
Der Staatsgründer Ho Chi Minh ist natürlich auf jeder Banknote abgebildet.

Essen in Vietnam

Natürlich gibt es die obligatorischen Hühnerfüße und Innereien, die auch beim großen Nachbarn China auf dem Speiseplan stehen. Aber auch die frischen Gemüse und die Nudelgerichte sind ausgezeichnet. Weitaus würziger, als in vielen Provinzen Chinas ist das Essen in Vietnam.

Man merkt schon, dass die Khmer und die Küchen Indiens und  Thailands Einfluss genommen haben. Soja- und Fischsoße wird reichlich zum Reis gereicht.

Hop Sins Nudeln

Die obligatorische Nudelsuppe Pho wird bereits zum Frühstück verspeist. Frühlingsrollen gibt es neben ihrer Geschwister nach den Jahreszeiten sortiert zu allen Speisen.

Das Suppenhuhn dampft aus dem Topf und wird zum Erstaunen der ausländischen Gäste ohne einen einzigen Knochen im Körper serviert.

Chinesische Währung

Yuan

Renminbi-Währung 1Yuan-Schein

Von der chinesischen Volkswährung, dem Renminbi gibt es zwei Stückelungen, den Yuan und den Jiao.

Renminbi chinessiche Währung 5 Jiao

10 Jiao sind 1 Yuan. Derzeit ist 1 Yuan ca. 0,13 Euro wert. Theoretisch gibt es noch den Fen, wovon 10 Fen ein Jiao, bzw. 100 Yuan wert sind. Allerdings spielt bei dem geringen internationalen Wert der Fen auch innerchinesisch keine Rolle mehr.

Von welchem Wort sich Yuan ableitet ist noch nicht ganz klar.

Yuan ist sowohl eine gleichnamige mongolische Kaiser Dynastie, die  von 1279 bis 1368 das Riesenreich China regierte, als auch ein gängiger Namensbestandteil vieler berühmter Familien Chinas.

 

Pingyao

Der Vorläufer des Geldes war der Wahrenkredit, dessen Geschichte sich in Pingyao Ancient City in der Provinz Shanxi besichtigen lässt.

Ein dort ansässiger Händler kam auf die Idee des Kreditgschäfts, bei dem nicht mehr Gold oder andere Werte für die Bezahlung hin und her transportiert werden mussten, sondern Boten ein einfaches Papier, einen Kreditbrief transportierten, der für Räuber völlig wertlos war.

Daraus entwickelten sich dann die Wertpapiere und letztlich das Geld.

Renminbi

Pingyao Bank

Pingyao Bank Foto: Waldemar Heckmann

Die heutige Währung, der Renminbi ist an den US Dollar gekoppelt, sodass es feste Wechselkurse gibt, mit dem sich der Handel in der globalisierten Welt abwickeln lässt.

Bemerkenswert ist, dass der Renminbi auch in der afrikanischen Republik Zimbabwe neben anderen Fremdwährungen, wie Dollar oder der südafrikanische Rand als Währung im Umlauf ist.

Das belegt unter Anderem die Bedeutung, die China in der Entwicklung mancher afrikanischer Volkswirtschaften darstellt.

 

100 Yuan

1 Yuan Münze

In Shanghai werden eher 1 Yuan Münzen genutzt. Im übrigen China ist die 1 Yuan Banknote bevorzugt

Um den Geldfälschern die Arbeit schwer zu machen, wurden in den letzten Jahren neue  Banknoten eingeführt, die nach internationalem Standard fälschungssichere Merkmale aufweisen. Und damit nicht trotzdem große Mengen Falschgeld die Währung destabilisieren kann, endet die Stückelung beim 100 Yuan Schein. Das sind nach gültiger Umrechnung ca. 13 Euro oder ca. 10 US Dollar.

Dem entsprechend ist der bargeldlose Zahlungsverkehr weiter verbreitet, als in Europa. Es ist durchaus üblich, an einem Kiosk sein Smartphone an den Barcode einer Packung Zigaretten zu halten, um zu bezahlen.

Entsprechend wird das Smartphone sowieso für alles genutzt, was den Alltag ausmacht.

Chinesische Zigaretten

Foto Michael Barawanski

China Rundreise

Smartphonesüchtig

Rundreise China Peking Datong

Dieser Großraum im nördlichen Teil der Provinz Shanxi ist ca. 300km von Beijing/Peking entfernt. Das sind mit dem Zug ca. 7 Std., mit dem Flugzeug 1 Stunde.

Es lohnt sich, wenn man eine Reise plant, um China kennen zu lernen, auch einmal diese Variante in Betracht zu ziehen. Gute Reisebüros, die sich in China etwas auskennen, wissen auch, mit welchen Partnern sie gemeinsam so eine besondere Reise planen können.

Dass alles klappt vor Ort, dass man von kundigen Reiseleitern begleitet wird, dass man auch tatsächlich alles das sieht und erfährt, was einem dieses große Land auf dem vergleichsweise kleinen Raum zwischen Peking und Datong zu erzählen hat, dafür braucht es zuverlässige Leistungsträger.

Datong

Hotel-The-Presidential-Daton

Hotel The Presidenial in Datong China

Datong ist eine Moderne Stadt auf rund zwölfhundert Meter Höhe. 1,4 Mio. Menschen leben im Stadtgebiet und 2 Mio. Menschen im Großraum Datong.
Die Stadt wurde in der Han Dynastie gegründet, die 206 v. Chr. bis 220 n. Chr. bestand.

Im Großraum Datong befinden sich entsprechend sehenswerte Bau- und kulturelle Denkmäler.

Es benötigt rund 4-5 Tage, die Highlights zu besuchen. Eine Standortrundreise im modernen Bus aus einem der luxuriösen Hotels heraus ist ein entspanntes Erlebnis.

Yungang Höhlen Kloster

Yungang Höhlen Kloster

Yungang Höhlen Kloster
Foto: Rainer Fischer

 

 

Es sind nicht alles Buddhafiguren, die dort zu bestaunen sind. Im Buddhismus gibt es viele Boddhisatva, die Heiligen des Buddhismus, verdiente Mönche, denen man nachsagt, dass sie auf dem ewigen Rad der Wiedergeburt die höchste Stufe der Erkenntnis, das Nirvana erreicht haben.

Ancient Datong und Datong City Wall

Datong City Wall und modernes Datong

Datong City Wall und modernes Datong
Foto: Waldemar Heckmann

Hutongs heißen die Gassen an denen entlang die alten Wohnhöfe der Familien liegen. Traditionell haben die Eingänge Schwellen, die man zu überschreiten hatte. Diese barrieren waren extra dafür da, dass keine bösen Geister ins Anwesen kommen. Aufschriften an den Eingängen zeigten nicht nur an, wer dort wohnt, es waren auch Beschwörungen gegen das Böse und andererseits Einladungen an die guten Geister.

Hölzerne Pagode Ying Xiang und Hängende Tempel

Hölzerne Pagode Datong China

Hölzerne Pagode Datong China

Dieses Weltkulturerbe in Datong muss man gesehen haben, bevor es irgendwann einstürzt.
Niemand kann diesen mehrstöckigen Tempelbau reparieren. Absolut undurchschaubar sind die Konstruktionselemente, die alleine aus kunstvoll ineinander gestecktes Holz bestehen und das gesamte Gebäude über die vielen Stockwerke aufrecht hält.

Irgendwann dürfte der Zahn der Zeit, die schädlichen Zivilisationsgase und saurer Regen in diese Steckverbindung so zerstörend eingreifen, dass man nicht mehr, wie heute noch möglich, im Inneren über die steilen Stiegen nach oben zu den reich dekorierten Räumlichkeiten kommt.

Ähnlich verhält es sich mit den Hägenden Tempelbauten, an denen seit langem Erhaltungsarbeiten zugange sind, die es zeitweise verbieten, die vielen Hölzstufen an der Steilwand zu ihnen hoch zu steigen.

Peking

Hotel Dong Fang in Beijing

Hotel Dong Fang in Beijing

Hotel Dong Fang in Beijing

Hotel Dong Fang in Beijing
Foto: Rainer Fischer

Chinesische Mauer

Chinesische Mauer bei Beijing

Chinesische Mauer bei Beijing Foto: Rainer Fischer

 

Natürlich gehört zum Besuch der Hauptstadt Chinas das etwas außerhalb der Hauptstadt gelegene und erstklassig restaurierte Stück der Chinesischen Mauer.

Ein Bauwerk, das selbst aus dem Weltraum zu erkennen ist, ebenso, wie die Pyramiden von Gizeh oder der goldene Stupa der Shwedagon Pagode in Yangon.

Tian’anmen Platz oder Platz des Himmlischen Friedens

Revolutionsdenkmal Tian’anmen-Platz Beijing

Revolutionsdenkmal Tian’anmen-Platz Beijing
Foto: Wolfgang Hoffmann

Man spürt dort den Hauch der Geschichte. Und nein, es ist nicht der kalte Wind der ständig über diese riesige, fast 40 Hektar große Freifläche weht.

Der Fremdenführer wird jedes Detail erzählen, nichts weglassen, die Revolution verherrlichen, der im Mao Mausoleum liegt und auf das Parlamentsgebäude die Große Halle des Volkes zeigen, auf das Revolutionsdenkmahl und das Nationalmuseum, und er wird auf jeden Fall erwähnen, dass am Nationalfeiertag eine Milliarde Menschen aus allen Teilen des Großreichs hier versammelt sind.

 

Tian'anmen Tor

Tian’anmen Tor , Eingang zur verbotenen Stadt in Beijing

Danach wendet er sich zum Tor des Himmlischen Friedens, mit dem Mao Bild, dass jedes Jahr neu gestaltet wird und doch immer gleich aussieht.

 

Hinter dem Tor betritt man die verbotene Stadt.

Verbotene Stadt Beijing

Verbotene Stadt mit Kaiserpalast

Kaiserpalast Beijing
Foto: Rainer Fischer

Man muss schon sehr gut zu Fuß sein, wenn man diese Entfernungen zurücklegen möchte. Zwei Tage sind alleine für diese beiden Sehenswürdigkeiten angemessen. Die Verbotene Stadt bietet so viele Eindrücke, dass man am zweiten Tag von rückwärtigen Zugang kommend einen besseren, erholten Eindruck gewinnt.

Olympische Stadt Beijing

Olympische Stadt Beijing Stadion "Vogelnest"

Olympische Stadt Beijing
Stadion „Vogelnest“
Foto: Michael Barawanski

Die 29. Olympischen Sommerspiele fanden im Jahr 2008 in Beijing (Peking) statt. Der Gastgeber China stand im Medaillenspiegel mit 47 Goldmedaillen vor den USA mit 33 mal Gold an erster Stelle. Das Olympiagelände steht dem chinesischen Volk zur Verfügung.

Wenn man von der Arbeit nach Hause kommt, wird sich gewaschen, dann gegessen, dann zieht siech die ganze Familie schick an und fährt zum Olympiagelände. In den dortigen weit ausladenden öffentlichen Zonen gibt es die markanten Sportstätten, die alle zu irgendeinem Zweck, zum Dienste des Volks umfunktioniert wurden.

Es gibt weitläufige Shoppingmalls, Parkanlagen, und eine Veranstaltungszone auf denen die Bevölkerung mit jedweder Tätigkeit bis spät in die Nacht zurückgreifen können. Dort gibt es Männer, die Brettspiele spielen, Musiker, die ihre Stücke zum besten geben, Tai Chi, Tanzgruppen, Folkloreaufführungen, alles spontan und nicht kommerziell.

Künstlerviertel Beijing

Kunstbezirk 798 Beijing

Kunstbezirk 798 Beijing
Foto: Michael Barawanski

Freiheit ist in der Volksrepublik China nicht mit unseren Begriffen zu messen. In einer Zeit, in der eine ganze Volkswirtschaft sich im Wandel befindet und sich mehr und mehr westlichen Definitionen zumindest der wirtschaftlichen Offenheit anpasst, mutet es schon beinahe abenteuerlich an, wenn man das staatlich geförderte Künstlerviertel Dashanzi 798 besucht.

Einst haben bildende Künstler, Musiker, Architekten Schauspieler ein leer stehendes Fabrikgelände besetzt um dort Raum und Begegnungsstätte zu haben. Im Jahr 1952 war diese Fabrikgelände als Projekt der Volksbefreiunggsarmee Chinas und der DDR als Produktionsstätte für elektronische Artikel im Bauhausstil erbaut worden.

Kunstbezirk 798 Beijing

Kunstbezirk 798 Beijing
Foto: Rainer Fischer

Nachdem die Produktionen eingestellt waren und ein Erdbeben einen Teil der Gebäude unbrauchbar gemacht hatte, nahmen sich die Künstler der verlassenen Stätte an und bauten sie wieder auf.

Der Staat setzte ab dem Jahr 1995 eine Maschinenhalle offiziell für die Künstlerkolonie ein. Nach und nach gaben sie das ganze Gelände frei.

Heute profitiert die Stadt von diesem künstlerischen Thinktank.

 

 

 

 

Stolzes China

Mao

Er ist allgegenwärtig, immer noch der Übervater, der, der die Volksrepublik China erschaffen hat.
1 RENMINBI YUANDabei war dieses Land bereits vor ihm viele Jahrhunderte, bis vor unserer Zeitrechnung ein mächtiges Reich.

Nicht immer von einem Kaiser beherrscht, manchmal war es auch politisch zersplittert, aber immer eine der ganz großen Mächte auf der Erde. Parallel zur Geschichte Ägyptens entwickelten sich tausende von Kilometern ostwärts zur gleichen Zeit Dynastien mit mächtigen Herrschern.

Mao FeuerzeugEingang Verbotene StadtOb die Großmächte voneinander wussten, das wäre interessant. Vielleicht gab es ja bereits Handelsbeziehungen, Händler, die dem einen brachten, was der andere nicht hatte.

Warum haben sich gewisse Errungenschaften verbreitet, waren sowohl in dem einen Reich, wie in dem anderen Reich nahezu gleichzeitig bekannt?

Heute ist es verwunderlich, wie China sich entwickelt, seit der Kommunismus sich in einer abgeschwächten Form dem Kapitalismus angeglichen hat.

China Tradition und Moderne

Datong in Shanxi China Foto Waldemar Heckmann

Man sitzt als Besucher in einem der hochmodernen Reisebusse, steht auf der sechsspurigen Autobahn im Stau und sieht rechts neben sich einen flammneuen Tesla, den es in Europa noch gar nicht auf dem Markt gibt. Und jemand im Bus ruft: „Hier, auf meiner Seite sind zwei von den neuen Tesla!“

China ist in vielem mindestens so weit, wie wir im Westen, besonders in elektronischen Artikeln. Kein Wunder, werden die meisten Komponenten doch in China hergestellt, die es bei uns zu kaufen gibt. Im Hotel möchte man gar nicht aus dem Zimmer, weil man Stunden benötigt, um durch die viele hundert chinesischen TV Programme zu zappen.

Filmaufnahmen zur TV Serie

Filmaufnahmen zur TV Serie in Zhang Bi Ancient Fortress Foto: Rainer Fischer

 

China heute

Und wenn man Glück hat, sieht man genau die Serie, deren Dreh man bei der Besichtigung der Festung Zhangbi Castle am Vormittag live miterleben durfte.

Chinas Menschenmilliarden sind mental gar nicht so weit von uns weg. Jeder versucht irgendwie ein wenig Wohlstand zu erhaschen, freut sich nach der Arbeit auf eine warme Dusche, zieht sich nach dem Essen mit der Familie fein an und flaniert dort, wo viele Tausende auch flanieren. Das gesellschaftliche Leben ist sowohl traditionell, als auch modern geprägt.

Grosses chinesisches Theater

Foto: Michael Barawanski

 

Große open Air Shows werden genauso geliebt, wie es die kleinen Tanzvergnügen zum tragbaren CD Player in aller Öffentlichkeit sind.

Armut gibt es nicht, sieht man jedenfalls in der Öffentlichkeit nicht. Es wäre den Chinesen auch peinlich. Nach dem Verlust der Eisernen Reistafel, vergleichbar mit der Sozialhilfe bei uns, besinnen sich die Menschen wieder mehr auf die Gemeinschaft, helfen Familienangehörigen, bilden kleine Selbsthilfegruppen, zum Beispiel bei Künstlern, und wer kann, zieht als Wanderarbeiter durch das Land, an die reicheren Küstenstädte und schickt Geld an die Angehörigen in den Dörfern.

Chinesen

Chinesen leben gerne

Chinesen leben gerne Foto: Rainer Fischer

China die Menschen

Dagegen boomt es in den Städten, lässt der Eindruck, wie alles prosperiert keinen Zweifel aufkommen. Ein Hochhaus entsteht von der Baugrube bis zum bezugsfertigen Hotel in wenigen Wochen. Im Stau auf der Autobahn überholt einen fast die Hochbaustelle nebenan, auf der die neue Trasse für die Hochgeschwindigkeitszüge fahren werden.

Und wenn man bedenkt, dass Baudenkmäler, wie z.B. die hunderte Kilometer lange Chinesische Mauer, einst als Baustofflieferant missbraucht und während der Kulturrevolution als Relikt vergangener Zeiten schmählich vernachlässigt, so perfekt rekonstruiert worden ist, dass man denken könnte, sie sei ein modernes Bauwerk der Neuzeit.

China Huayan Monastery

China Huayan Monastery Foto Edgar Wöllner

China wird uns, den Westen überholen

junge Chinesin

Wer China besucht, besucht seinen Arbeitgeber von Morgen.

Machen wir uns nichts vor, diesem Tempo, diesem Nachholbedarf, diesem Hunger auf Fortschritt, dem haben wir nichts entgegen zu setzen.

Essen in China

Essig vom Markt in Pingyao

Essiggeschäfte bieten unterschiedliche Qualitäten an Essig. Wie hier auf dem Foto von Michael Barawanski vom Markt in Pingyao Provinz Shanxi

 

 

 

 

 

China isst anders, als man sich das im Rest der Welt vorstellt. Chinesen sind überall extrem anpassungsfähig, auch so im Essen. Die Zutaten variieren, egal wo sich der Chinese niederlässt. Entsprechend schmecken auch die Speisen. In dem riesigen Land selbst sind die Speisen schon unterschiedlich.

So ist das Essen in manchen der 22 Provinzen nahezu naturbelassen, fast geschmacklos, während es in anderen Provinzen stark gewürzt ist.

Essig

Und nahezu immer wird Essig zu den Speisen gereicht. Nicht Sojasoße oder Ketjap, wie in den meisten anderen asiatischen Gegenden, sondern ein aus Reis gewonnener Essig.

Gebratener ReisDen allerdings in unterschiedlichsten Reifegraden, Intensitäten, Farben und Geschmacksrichtungen.

Man kann sagen, dass der größte Teil dieses viertgrößten Land der Erde sauer ist und entsprechend riecht.

 

 

Fastfood

Subway in Beijing

Subway in Beijing. Foto von Rainer Fischer

 

 

 

 

 

 

chinesische Nudelsuppe mit Ei

Nudelsuppe mit Ei Foto: Edgar Wöllner

Selbstverständlich gibt es Fastfoodläden in China. Besonders die kleinen Küchen, in denen Arbeiter schnell mal eine reichliche Portion gebratenen Reis oder die obligatorische Nudelsuppe bekommen.

Essensstand in China

Essen am Straßenstand . Foto Waldemar Heckmann

Und es gibt ganz vereinzelt noch die Straßenstände, die allerdings von der chinesischen Verwaltung sehr eingeschränkt sind. Alles wird streng kontrolliert und die Betreiber haben Buch über ihr Geschäft zu führen.

So kann man als Tourist ohne Bedenken auch die Essen bei Familien anmelden. Zwischen hoch geklappten Betten und Schränken mit Babywäsche sitzt man am Tisch und bekommt aus der Küche serviert.

Speiserestaurants in China

Runder Tisch in chin. Restauran

Runder Tisch in chin. Restaurant Foto Waldemar Heckmann

 

Restauranttisch in China

ganz normaler Restauranttisch in China für viele Personen. Foto: Michael Barawanski

Luxusrestaurant in Peking

Separee in Luxusrestaurant, wo es die berühmte Pekingente erhält. Foto: Michael Barwanski

Man sitzt zusammen um einen großen Tisch, in dessen Mitte eine drehbare Scheibe ist. Von dort aus bedient man sich auf seine kleinen Tellerchen und isst mit Stäbchen.

Klar, es gibt auch Gabeln für Ausländer. Aber an der Art der Speisen ist nichts zu verändern, alles ist typisch chinesisch.

 

 

 

Teigtaschen Jiaozi

Teigtaschen – Jiaozi – mit gewürztem Fleischhack gefüllt.

Chinesische Nudeln

Chinesische Nudeln. Foto: Julia Paris-Fuhr

Die obligatorische Mehlsuppe, die mit Fleisch und Gewürzen gefüllten Teigtaschen, kurz gedünstetes Gemüse, gegrillte Schweineschwarte, Obst, Nüsse, Salat, Quallen…

Noodles

Worauf Chinesen besonderen Wert legen sind Nudeln.
Reis wird in manchen Provinzen gerne als Beilage gereicht, aber die frisch hergestellten Nudeln sind der ganze Stolz der Hausfrau und des Kochs.
Die Nudeln dürfen dabei ruhig mal etwas gummiartig sein, aber in Zusammenhang mit sehr kross gebratener Schweineschwarte oder knackigen Gemüsen sind die Nudeln delikat.

Nicht umsonst hat Marco Polo die Nudel – angeblich – mit nach Europa gebracht.

Pekingente

Peking Ente

Zubereitung der Peking Ente Foto: Edgar Wöllner

 

Die ausgenommene Ente – mit Kopf – wird aufgeblasen, damit sich die Haut vom Fleisch löst, dann mit einer flüssigen Mischung gefüllt, die das Fleisch zarter macht und ein wenig Orangengeschmack an die Ente abgibt, Dann verschließt man die Ente mit einem Holzkorken und lässt sie ein, zwei Tage trocknen. Dann lässt man die Flüssigkeit ab und lässt die Ente hängend in einer Art Pizzaofen mit Holzfeuer kross braten.

Die Ente wird dann vor den Augen der Gäste derart aufgeschnitten, dass krosse Haut und Entenfleisch von dem Drehteller in der Mitte des Tischs entnommen werden kann und mit  einem kleinen dünnen Reispfannkuchen zu einem Wrap gerollt werden kann. In diesen Wrap kommt noch die schwarfsüße Soße, die dick und braun zur Verfügung steht, Gurkensticks und etwas Zwiebelflöte.

Wer es sich zutraut, dieses alles mit Essstäbchen zu bewerkstelligen, der darf sich der Anerkennung der chinesischen Gastgeber sicher sein.

Feuertopf

Feuertopf

Platz für Feuertopf Foto: Wolfgang Hoffmann

Salat

gemsichter Salat süß-sauer
Fotos Julia Paris-Fuhr

Um den sicheren Umgang mit dem Essbesteck der Asiaten zu üben, eignet sich auch eine andere Form der Restauration, wo es den Feuertopf gibt.

Quallensalat

süß-saurer Quallensalat. Die Konsistenz ist etwas gummiartig

Am Platz findet man eine Topf mit Brühe vor, in dem die Zutaten gekocht werden, die man aus den Kühltheken des Restaurants an den Tisch holt. In der Mitte des Tischs ist außerdem ein Grill für Fisch und Fleisch. Eine Art des Fondues, wenn man so will.

Es fördert die Geselligkeit und man bleibt in Bewegung, weil man sich immer wieder frische Zutaten besorgen muss.

 

Chinesischer Mondkuchen – Mooncake

Mooncake China

Mooncake Foto Michael Barawanski

Es gibt Traditionen in China, die uns ähnlich bekannt sind: Das Essen zu ganz bestimmten Anlässen.

So wie wir zum Rheinischen Karneval den Mitfeiernden gefüllte Krapfen spendieren oder zu den festtagen unsere Lieben mit traditionellen Speisen beglücken, z.B. Ostereier, so gibt es zum Mondfest der Chinesen den obligatorischen Mooncake. Es handels sich dabei um durchaus schmackhafte Füllungen in Mürbeteig.
Mir haben die süßen Füllungen mit einer Art Marzipan aus Walnüssen sehr geschmeckt.

chinesische Mehlsuppe

die obligatorische Mehlsuppe, die nie fehlen darf Fotos Michael Barawansk

Es gibt allerdings auch salzige, die mit Bohnenpaste gefüllt sind. Die Küchlein werden üblicherweise überall mit den besten Wünschen verschenkt.

chinesische Spareribs

chinesische Spareribs

Zum Mondfest haben die Chinese im Herbst ein paar Tage frei, in denen sie gerne im Land verreisen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Auge isst mit

Der Teller spricht zu uns

Rehrücken mit Reibeküchlein

Rehrücken mit Reibeküchlein aus Möhre, Kartoffel und Kokosflocken

Die Einen sagen, dass es sich um einen „übersichtlichen Teller“ gehandelt habe, der Lust darauf machte, anschließend den Pizzaservice anzurufen. Andere regen sich darüber auf, wenn der Koch, wie überall Usus, die Zutaten übereinander packt.

Alle Zutaten in extra Behältnissen zu servieren ist zwar auch manchmal üblich, aber alle regen sich auf, wenn der Gast nicht auf den Teller „auflegt“, sondern mit der Gabel in allen Schüsseln herum pickt.

Wie Koch es macht, macht er es falsch.

Was man beachten sollte ist, dass Warmes und Kaltes getrennt auf den Tisch kommt. Und wenn der Teller angewärmt ist, dann ist das auch wieder ein Pluspunkt für die Qualität des Restaurants.

Trotzdem, es gilt schon, dass das Auge mit isst. Und wie ein servierter Teller auf den ersten Augenblick wirkt, das hat schon Rückkopplungen auf die Geschmacksnerven.
Vorsicht, apropos Geschmacksnerven, Zutaten mit intensiv unterschiedlichen Geschmäckern sollten schon auf dem Teller in getrennt voneinander gelegenen Zonen aufgetragen werden.
Nicht alle mögen Smörebröd.

Low Carb

Low Carb Gemüse-Nussfrikadelle mit Blumenkohl

 

Verbindendes sollte man auch so anordnen, dass man keine körperlichen Verrenkungen machen muss, wenn man mehrere Komponenten der Speise  zusammen auf die Gabel bringen will.

Und Zutaten, die einem erst auferlegen, dass man sie zubereitet oder gar tranchiert verärgern den Gast.

Es gibt Gerichte, die sich zusammen eignen. Einen Muscheltopf kann man sehr gut mit Pommes Frites genießen. Während es reichlich unhöflich ist, dem Gast aufzuerlegen, er möge diese Meeresfrüchte mit Kartoffelpüreé essen…, obwohl, wenn man die Muschelschalen als Schöpflöffel verwendet…

Food Design

Kaltes und Warmes zu servieren hat auch noch einen Nachteil, Angewärmte Zähne mit einem vergleichsweise kalten Salat abzuwechseln bereitet vielen Menschen Schwierigkeiten. Deswegen wird ein Wiener Schnitzel ja auch gerne mit warmen Kartoffelsalat gereicht.

Beluga Reis mit Steak und Rosenkohl

Beluga Reis mit Steak und Rosenkohl

Was gar nicht geht, ist, dem Gast zuzumuten, Gambas mit Messer und Gabel auszuziehen.

Entweder es wird ein Gelage daraus, wo sich niemand schämen muss, mit beiden Händen zu essen.

Oder der Koch löst die Viecher vorher aus. Gleichwohl ist es mittlerweile jedem zuzumuten,  einen Hähnchenschenkel mit Besteck zu essen. Wobei mit „Besteck“ Messer und Gabel gemeint sind und nicht Essstäbchen.

War die Scheibe Ananas beim Toast Hawaii nur Deko?

Wenn man derlei bedenkt, dann kann man sich beim Anrichten des Tellers ganz darauf konzentrieren, ob das Gekochte dekorativ angeordnet werden kann, oder ob man Dekoration benötigt.
Ein Zweig Blattpetersilie als optischer Kontrapunkt macht schon viel her.

Das typische Garnie, eine Scheibe Tomate und die als Fächer aufgeschnittene Gewürzgurke ist old fashion.

Geschirrauswahl

Essbare Blüten drauflegen ist bunter Firlefanz, wenn es nicht durch das Gericht selbst begründet ist.

In jedem Fall kann man schon mit der Wahl des Geschirrs etwas hermachen. Mit persönlich gefallen die weißen Porzellanteller immer noch am besten. Sie sind glatt, man sieht, wenn sie makellos sauber gespült sind und die Speisen kommen neutral daher.
Und neben der mit dem Quastenpinsel aufgetragenen grünen Soße quer über den roten Teller gibt es jede Menge kreativer Ausgelassenheit, die das Auge erfreuen und die Geschmacksknospen anregen.

Haggis-RosenkohlDie Zubereitung ist die Kunst

Und ganz nebenbei gesagt, Haggis als Vorgabe ist ja nicht schlecht. Aber muss man sich eigentlich immer an die vorgegebenen Zutaten halten?

Etwas Kreativität bei der Zubereitung macht locker und frei.

Und dann kann man einem Teller auch Dekorationen zumuten, die manche als Kunstwerk erachten und gar keine große Lust verspüren, dieser Kunst durch so etwas profanem, wie Essen zu kommen.

Kürbispüreé

Püreé oder Stampf

Butternut-Lachs-Guakamole

Butternutwürfel-Lachs-Guakamole

Gängige Beilagen aus Kartoffeln. Dabei streiten sich die Geister, ob man Instant nehmen kann oder das Püree aus frischen Kartoffeln zubereiten soll.

Andere Geister streiten sich über die Kartoffelsorten. Und wieder andere Geister stellen sich vor, was außer Kartoffeln, Salz, Milch und Butter sonst noch alles an den Kartoffelstampf gegeben werden könnte. Sellerie z.B. Oder Kräuter.

Und dann kommen ja die Gespenster, die statt Kartoffeln Süßkartoffeln nehmen. Und den Gruselkandidaten, frisch aus Helloween entsprungen kommt es in den Sinn, aus Kürbis einen veritablen Stampf zu kreieren. Und letzteres ist gar nicht so falsch. Allerdings hat Kürbis kaum Eigengeschmack. Da muss man schon etwas zaubern, damit es einem nicht gruselt beim Essen.
Hier ein paar Tipps für das Gestampfte aus Kürbis:

 

Butternut oder Hokaido

Sasamkürbisstamp

Sasamkürbisstamp mit Röstzwiebeln

Nehmen Sie Butternut Kürbis, weniger den Hokaido Kürbis. Butternut kann man zwar auch mit Schale verarbeiten, aber es ist besser, ihn mit dem Sparschäler von der äußeren Haut zu befreien.

Das Kerngehäuse selbstverständlich auch großzügig ausschaben und den Stengelansatz rausschneiden.

Den Hokaido könnte man auch nehmen, allerdings ist die Garzeit der Schale länger, als die Garzeit des Kürbisfleisch.

Geschmack an Kürbispüreé

Kürbisstampf mit Kräutern

Kürbis- Möhren-Selleriestampf mit Kräutern

Da bieten sich andere Gemüse direkt an. Der obligatorische Sellerie, Zwiebeln, Möhren, Pastinaken, Petersilienwurz… Also, alles in allem das typische Suppengemüse.
Für ausgefallenere Püreés gibt es als Inhaltsstoffe Peperoni, Ingwer, Kokos, Mango, Papaya, Ananas, Orangen… Ja, richtig gelesen, Kürbispüreé kann voll in die Südsee und nach Asien führen. Es ist sogar möglich, Yams mit einzuarbeiten, oder Maniok. Zurück in unsere Breiten bieten sich Steckrüben und Schwarzwurzel an.

Und für Farbe muss nicht die rote oder grüne Peperoni unbedingt sorgen, da sind einheimische Kräuter, wie Petersilie oder Koriander gefragt.

Als Gewürze bieten sich neben Knoblauch auch Kurkuma und Curry an. Was übrigens der Eigenfarbe des Kürbis noch ein wenig Unterstützung gibt.

Und frech aber schmackhaft ist es, Senf einzuarbeiten. Die Farbe ist auch gleich. Und Säure kommt dem fertigen Püreé überhaupt zugute. Egal, ob mit Essig oder Zitrone, Kürbis-Mix-Püreé kann Säure gebrauchen.

Kürbis ist

Kürbis-Wurzelpüree-Ente

Kürbis-Wurzelpüree-Ente

übrigens low carb!

Hier ein paar Rezepte für das Gestampfte aus Kürbis:

1 halber Butternut Kürbis
3-4 Möhren (gleich im Gewicht)
1 Stk. Sellerie (Hälfte im Gewicht)
1 EL Senfkörner
1 EL Rapsöl
1 TL scharfer Senf
2 Tassen Milch oder Kokosmilch
1 EL Butter oder Kokosmark
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Tasse Gemüsebrühe
2 EL gehackte Petersilie

Butternut, Möhre, Ingwer

1 halber Butternut Kürbis
3-4 Möhren (gleich im Gewicht)
1 Stk. Sellerie (Hälfte im Gewicht)
1 Stk. Ingwer (je nach Geschmack viel oder weniger)
1 EL Sesamöl
2 Tassen Kokosmilch
1 EL Kokosmark
2 Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
1 Tasse Gemüsebrühe
1 EL gehackte Korianderblätter
1 Teelöffel Orangenabrieb

Lammkoteletts mit Kürbis-Senf-Püree

Lammkoteletts mit Kürbis-Senf-Püree

Butternut, Möhre, Sesam

1 halber Butternut Kürbis
3-4 Möhren (gleich im Gewicht)
2-3 Petersilienwurz (gleich im Gewicht)
1 EL Sesamöl
2 Tassen Kokosmilch
1 TL geröstete Sesam
1 TL ägyptischer, schwarzer Sesam
1 EL Tahina
1 EL Kokosmark
1/2 TL frisch gemörserter Kardamom
2 Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
1 Tasse Gemüsebrühe
1 EL gehackte Korianderblätter

Zubereitung

Kürbis Rahmchampingnons

Kürbis-Möhre-Pastinake-Sellerie-Püree an Rahmchampingnons

Für alle drei Püreés gleich: Gemüse putzen, Zwiebeln kleinhacken oder in Ringe schneiden.

Der überwiegende Teil der Zwiebeln in einer Pfanne langsam ausbraten. Eine Prise Zucker und etwas Salz dazu.

Das Gemüse, außer dem Kürbis in Öl anschwitzen, einen Teil der gehackten Zwiebeln und den Knoblauch dazugeben, mit der Gemüsebrühe ablöschen, 5 Min. köcheln lassen, die kleingeschnittenen Kürbisstücke dazugeben, köcheln lassen, bis dann die Kokosmilch oder die Milch dazu gegeben wird, weil die Gemüsebrühe verdunstet ist.
Man sieht es, ob der Kürbis weich gekocht ist, dann muss auch öfter gerührt werden, weil sich das Gemüse am Boden des Topf ansetzt.
Stampen oder mit dem Mixstab pürrieren.

Individuell je nach Rezept können die weiteren Zutaten jetzt in die heiße Masse eingerührt werden. Senfsaat quillt in dem heißen Gemüse auf, genauso, wie Sesamkörner.
Gehackte Kräuter in den bereits weniger heißen Stampf einrühren.
Muskat kann, muss aber nicht. Salz und Pfeffer nach Geschmack dazugeben.

Wie bereits beschrieben, passt Säure hervorragend zum Stampf. Manche mischen sich die Salatbeilage sogar darunter. Und ganz raffinierte Köche machen die Röstzwiebel italienisch und setzen sie bereits in der Pfanne mit Balsamico oder mit Granatapfelkonzentrat an.
Das macht die Röstzwiebeln dann nicht unbedingt krosser, aber es schadet der dunklen Farbe auch nicht mehr.

Die Püreés passen zu allen Zutaten, die sich mit den gerösteten Zwiebeln vertragen.
Als Fleisch darf es gerne ein kräftiger Charakter sein. Känguru oder Strauss gibt es gerade zu kaufen. Entenbrust oder Wild passt hervorragend. Allerdings kann man auch Geflügel, wie Huhn und Pute mit Curry oder Knoblauch so in einer Marinade zusetzen, dass es sich vor dem Püreé und den Röstzwiebeln nicht verstecken muss.

Salbei oder Koriander zum Huhn

Schiffsküche Mittelmeerkreuzfahrt
Zwei Rezepte, die von einem Schiffskoch stammen, der mit einem thailändischen Saucier zusammen die Küchenbrigade anführte. Mir fielen diese zwei Gerichte auf, weil sie von ihrem Geruch her den ganzen Speisesaal dominierten. Das eine Gericht war im Rahmen der italienischen Küche, das andere unter dem Motto Fernost angeboten worden.

 

Es war eine Mittelmeerkreuzfahrt auf dem Schiff einer italienischen Reederei ab bis Marseille.
Weil mir beide Gerichte aufgefallen waren, habe ich gefragt, ob ich den Koch sprechen könne.
Salvatore war sehr zugänglich, unterzog mich einer Reinigungsprozedur, wie zu einer Herztransplantation, ließ mich meine Schuhe in Stoffschluppen stecken, setzte mir eine Haube auf und band mir einen Kittel um. Dann führte er mich ins Allerheiligste, einer sehr funktionalen, kleinen Küche. So sagt man glaube ich, wenn es so eng ist, dass man überall anstößt. Sam, der Saucier sprach Englisch mit einem nahezu zerstörerischen Akzent. Aber alles, was er in Windeseile zeigte und erklärte, habe ich begriffen und konnte es nachher in Eigenkreationen umsetzen. Den frischen Salbei zog Sam selbst unter einer UV Lampe in einem Teil des Lagers, in dem das Obst und Gemüse war. Den Koriander hatte Sam büschelweise vom letzten Landgang mitgebracht, von einem Markt auf Ischia. Die Hälfte sollte für den mexikanischen Abend genutzt werden. Aber trotzdem zauberte er – nur für mich – das Hühnergericht aus Nordthailand mit „flischel Koliandel“ Pak Chi, das Kraut und die Stengel, Rak Pak Chi, den Korianderwürzelchen und Mek Pak Chi, den zermörserten Koriandersamen.

Thai Huhn Pak Chi

1 Bund frischer Koriander mit Wurzel
2 EL Koriandersamen
1 EL schwarzer Pfeffer
1 getrocknete Chilischote
1 kl. Mokkatasse Oystersauce
1 kl. Mokkatasse salzige Sojasauce
1 kl. Mokkatasse Sesamöl
1 kl. Mokkatasse Reiswein
2 EL Rohrzucker
1/2 TL Glutamat
4 Hähncheninnenfilets oder 1 Brustfilet
1 Pak Choi oder Brokkoli
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 Fenchelknolle
1 TL Reismehl
2-4 große Champignons
1 rote Paprika
2-4 Knoblauchzehen

Zubereitung

Koriander Huhn ThailändischIm Wok geht alles blitzschnell, wenn alle Zutaten kleingeschnitten sind. In der Stückgröße ansteigend, wie folgt:
Korianderwurzel und Kraut mit Stengel, Knoblauch… dann Champignons, Fenchel, Frühlingszwiebeln… dann rote Paprika, Pak Choi oder Brokkoli, Hähnchenfleisch. Aus dem Mörser kommen die Chilischote, der Pfeffer und der Koriandersamen.

In das heiße Öl kommt alles Kleingeschnittene und Gemörserte auf einmal und wird dann aus dem Öl genommen. Das Reismehl wird dunkel gebräunt im heißen Öl, Zucker Farbe bekommen lassen, dann die Zutaten aus den Mokkatassen und das vorher entnommene Gemüse und Huhn hinzu. Vom Feuer nehmen. Glutamat dazu. 2 Minuten stehen lassen und mit Reis, gehacktem Koriandergrün und Frühlingszwiebeln servieren.

Allergiker lassen selbstverständlich das Glutamat weg.

Salbei Huhn Ischia

1 Portion Gnocchi
1 EL gesalzene Butter
1 EL gehackte Pinienkerne
2 Hähncheninnenfilets
4 Champignons
1 Kaffeetasse voll Brokkoliröschen
1 kleine rote Zwiebel
1 EL Butterfett
1 Bund Petersilie
1 TL Tomatenmark
12 mittelgroße Salbeiblätter frisch
2 EL Schmand
1 Ei
2 EL Weizenmehl
1 Tasse Semmelbrösel
Salz
Pfeffer
1 TL Paprikapulver
1 TL Zucker
1 EL roter Weinessig
1 EL Sambuco

Zubereitung (kommt Ihr nie drauf!)

Gnocchi! Salbei HuhnDie Salbeiblätter in Essig und Sambuco 1 Std. einlegen. Champignons in Scheiben, Zwiebel in Würfel schneiden. Die Hähncheninnenfilets im Stücke schneiden, salzen, pfeffern, in Mehl wälzen, mit Ei und Paniermehl panieren.

Das Butterfett in der Pfanne heiß werden lassen, Zucker darin karamellisieren, Paprikapulver und Tomatenmark dazu, Brokkoli, Champignons, Zwiebelwürfel und die panierten Hähnchenteile dazu und gut anbraten.
Butter schmelzen und mit den Pinienkernen etwas anbräunen lassen.

Die eingelegten Salbeiblätter gut abtropfen lassen und in sehr kleine Streifen schneiden. In die Pfanne mit den Zutaten geben.
Schmand hinzurühren und nach Geschmack salzen. Die Gnocchi in der geschmolzenen Butter schwenken, mit der gehackten Petersilie und den buttrigen Pinienkernen bestreuen und das Salbei Huhn mit der braunen Salbeisoße dazu servieren.