Ehefrauen und Urlaub

„Mein Gott, was soll ich nur mitnehmen? Ich werd noch verrückt!“
Diese Hysterie unserer Ehefrauen, wenn der Urlaub naht, ach, was sage ich, wenn der alte Urlaub gerade vorbei ist, wenn gerade erst darüber nachgedacht wurde, wohin man demnächst in Urlaub fährt.
Sind wir Männer doch mal ehrlich, ist das nicht uns erwachsenen Wesen und denkendem Homo Zivilisiensis unwürdig? Zumindest dem männlichen Teil dieser Spezis.
Else_Urlaub„Ich muss ja noch soviel einkaufen“, (nur, um mal daran zu erinnern, dass meine Frau nebenan immer noch am Rad dreht)
Außerdem, es ist einfach schön, nicht mehr müssen zu müssen. Wenn man das etwas gesetztere Alter erreicht hat, auf Fragen nach dem Alter seufzt und lieber über etwas anderes spricht, sich nach einem erfüllten Arbeitsleben wünscht, die Enkelkinder auf dem Schoß zu haben, sein Heim liebt, weiß, wo alles überall in Schubladen liegt, sowieso immer etwas zu tun hat, im Garten, in der Garage, dann möchte man nicht unbedingt seinen gewohnten Lebensrhythmus unterbrechen, in aller Herrgottsfrühe müde in ein Taxi steigen, zum Flughafen müssen…
„Hach, nun sag doch mal, was soll ich denn jetzt einpacken?“ Meine Frau läuft herum, wie ein aufgescheuchtes Huhn. „Glaubst du, es wird regnen?“
„Da, wo wir hinfliegen ist Regen bestimmt ein Grund für Volksfeste“, antworte ich lapidar und werfe einen missbilligenden Blick auf dieses Wesen, was den größten Koffer der Welt mit dem Inhalt von mehreren Kleiderschränken füllt, um unmittelbar danach wieder alles raus zu reißen, weil sie angeblich überhaupt nichts anzuziehen hat.
„Ich freu mich so“, jauchzt sie. „Du hast noch gar nicht gepackt!“
Wenn man die 40 überschritten hat, dann hat man auch die Erfahrung, was man benötigt, mit wie wenig man für 3 Wochen Allinclusive tatsächlich auskommt. Außerdem, dieses Portal heißt immerhin „urlaubs-souveniers.de“, und da darf man sich doch theoretisch und relaxt fragen, was man wieder mit nachhause zurück nimmt. Theoretisch.
Zugegeben, diese zur Schau gestellte Entspanntheit kostet etwas Kraft, immerhin wächst die Stärke der Erfahrung mit den Jahren, und mit vorgerücktem Alter hat man eben gelernt, dass die Kraft in der Ruhe liegt.
Da höre ich mich selbst plötzlich rufen: „Mein Gott, was soll ich nur mitnehmen? Ich werd noch verrückt!“

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.