Archiv der Kategorie: klein-gross

klein-gross Welt bereisenDie Welt ist groß. Es gibt noch so viel zu sehen, bevor wir uns auf den Weg machen zu den Sternen. Das wird auch ein abenteuerlicher Weg, denn dann werden wir es brauchen, das gefühl dafür, was klein ist und was groß ist. Vielleicht ist das, was klein ist ja in Wirklichkeit groß. Und umgekehrt, das Große wirkt niedlich, klein.
Dafür sollte man Reisen. Dafür sollte man die Welt sehen, die Plätze, die einem den Eindruck vermitteln, das verhältnis ins rechte Licht rückt, sich dort positioniert, wo man selbst groß wirkt, obwohl man klein ist. Reisen ist das richtige Mittel, die rechte Therapie, die einem den Blick für die Großartigkkeit im Kleinen gibt.
Ein paar Beispiele unter dieser Rubrik.

Litauen

Litauen Berg der Kreuze

Litauen Berg der kreuze

Copyright Maggie Willcox

12 Kilometer nach dem Ort Šiauliai (Schaulen) im Norden Litauen in Richtung Grenze Lettland an der Straße nach Riga liegt dieser Hügel, der von Pilgern aufgesucht wird, um dort die Zahl der Kreuze zu erhöhen. Auf einer Fläche von mehr als einem Hektar stehen mittlerweile nahezu hundertausend Kreuze unterschiedlichster Größe und aus allen möglichen Materialien. Gemeinsam mit den winzigen Kreuzen, die Gläubige mitsamt eines Rosenkranz oder anders an die größeren Kreuze hängen und daran befestigen werden es wohl bald eine Millionen Kreuze sein, die vom Glauben, von den Nöten und Wünschen der Menschen, von ihren Fürbitten und Hoffnungen künden. Papst Johannes Paul II übertrug bei einer großen Messe im Jahr 1993 am Berg der Kreuze dem Franziskanerorden mit der Betreuung dieses Walfahrtorts und begründete den Bau einer Kirche und eines Klosters in der Nähe.

Klein-Groß

Wie der Kreuzhügel entstanden ist, davon gibt es einige Legenden. Aber bereits seit dem 13. Jahrhundert muss demnach der Ort ein Opfer- und Zeremonienstätte gewesen sein. Wer das erste Kreuz dort errichtet oder hinterlegt hatte, darüber gibt es ebenfalls viele Überlieferungen. Die Kriege des 20. Jahrhunderts machten den Berg der Kreuze als Orientierung der Werte für die Litauer zum Bezugspunkt. Als politisches Symbol gegen die kommunistische Herrschaft der Sowjets in Litauen erhielt der Hügel ebenfalls eine Bedeutung, der die sowjetischen Kommunisten sogar dazu veranlasste, den Ort zu zerstören. Jedoch wurden die verbrannten, zerstörten Kreuze bereits am darauffolgenden Tag immer wieder von den Gläubigen ersetzt.Und nicht nur das, es waren bald mehr, als vor den Zerstörungen.

Litauen Schaulen Šiauliai

Copyright Maggie Willcox

Wichtig aber ist alle in allem die Konzentration an einem Ort, auf den die Besucher spirituellen Bezug nehmen können.
Wer sich in dem Areal bewegt und die Ansammlung des Glaubens betrachtet, kann darüber sinnieren, ob der Glaube umso größer ist, je größer und kostspieliger das Kreuz ist, oder ob Gott nicht lieber seinen Blick dem kleinen Kreuz des Jungen schenkt, der mit seiner Gabe für die Genesung der Mutter bittet.
Manche Orte lassen einem das Herz aufgehen, egal ob gläubig oder nicht. Manche Orte geben einfach Kraft, lassen in einem den Glauben an die Gemeinschaft der Menschen wieder neu erwachsen.

Kuala Lumpur

Batu Caves Hindu TempelBatu Caves

42,7 Meter groß ist die Statue des Hindugottes Murugan, der am Zugang zu den 272 Stufen steht, die zu den Kalksteinhöhlen der Batu Caves, 15 Kilometer vor den Toren der Hauptstadt malaysias Kuala Lumpur wacht.
Es ist eine besondere Atmosphäre der gläubigen Andacht, die auch nicht durch den touristischen Rummel und durch die Souvenirgeschäfte gestört ist. Bunt und quirrlig ist eine Eigenschaft des Hinduismus, und westllichen Besuchern gefällt gerade das.
Und klein kommt man sich vor, angesichts der steilen Treppe, die gläubige Hindus in einem ganz bestimmten Rhythmus und in besonderer Körperhaltung erklimmen müssen, um ihre vielfältige Götterwelt für sich milde zu stimmen.

Ganesh vor der Skyline von Kuala LumpurGanesh

Das Heiligtum der Kalksteinhöhlen bietet allen Göttern der Hinduwelt ein Dach, unter anderem dem Gott Ganesh, der für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens – aber auch für das private Prosperieren – wichtig ist. Die Haltung, die Darstellung des Ganesh ist dabei genauso wichtig, wie das material, aus dem er gefertigt wurde, von wem er gefertigt wurde und ob er gesegnet ist.
Die Segnung der zu den Batu Höhlen mitgebrachten Ganesh Figur ist denkbar einfach: Er sollte einem bereits gesegneten Ganesh gegenüber gewesen sein. Und es soll ein Geldbetrag in eine der Donation Boxes eines Hindutempels übergeben werden. Das ist es dann. Zuhause wacht der Ganesh dann über die Finanzen und mehrt sie, wenn es sein muss.

Bei den Batu Caves ist es noch einfacher. In den Tempeln am Fuß der Treppe gibt es bereits gesegnete Ganeshs. Und statt des beschwerlichen Aufstiegs, reicht es einem der zahlreichen Affen auf der Treppe eine Banane zu überreichen. Man achte dabei, dass der Boss der Affenherde die Banane erhält, sonst kann es einem passieren, dass man Ärger mit einem größen Makackenmännchen bekommt, was schreiend und Zähne fletchend auf einen losgeht.
Da kann auch Ganesh so schnell nicht helfen. Vor allem nicht, wenn er noch ungesegnet ist.

Kuala Lumpur Twin TowersKuala Lumpur Twin Towers

Das Problem, sich klein zu fühlen gegenüber Großem hat man auch in Kuala Lumpur selbst ständig. Es ist eine Weltstadt, die ihren Wohlstand und ihre Bedeutung stolz demonstriert.
Touristen und Geschäftsleute aus aller Welt schätzen es, in Kuala Lumpur zu sein. Der Aufenthalt ist vergleichbar mit dem Aufenthalt in Singapur, Hongkong oder auch mit New York.
Die Petrona Twin Towers waren mit ihren 452 Metern 6 Jahre lang das höchste Gebäude der Welt. Irgendwo sieht man die markanten Zwillingstürme mit ihrer Verbindungsbrücke Skybridge zwischen derm 41. und 42. Stockwerk immer am Ende einer Häuserschlucht. Und ein besonderes Highlight bietet sich Nachts, wenn die Türme beleuchtet sind oder eine Lightshow veranstalten.

Sheraton-Kuala LumpurSheraton-Kuala LumpurHotels in Kuala Lumpur

Empfehlen darf man ruhig alle Hotels der internationalen Hotelkonzerne. Zum Beispiel das Sheraton Imperial, deren Zimmer großzügig und luxuriös sind und wo man sich als Gast ausgezeichnet fühlt.
Eine Auswahl guter Hotels finden Sie hier:

Chitwan Safari

Elefanten-Safari im Chitwan-Nationalpark
Es gibt den Moment, wo man froh ist, auf dem Rücken eines mächtig großen Tiers zu sitzen. Es gibt einfach den Moment, wo man sich darüber bewusst ist, wie klein und verletzlich man ist. Es ist der Moment, wo der nepalesische Guide auf dem Nachbarelefanten wie erstarrt in eine Richtung zeigt, wo man dann mit etwas Mühe einen gelbrötlichen Körper erblickt, der in den Dschungel schleicht. Und man fragt sich, ob es nicht doch besser wäre, wenn die Elefanten kehrt machten. Aber sie machen nicht kehrt. Sie haben keine Angst vor der gestreiften Katze. Oder war sie gepunktet und sitzt jetzt auf einem Ast, um sich eine leckere Mahlzeit vom Rücken des Elefanten zu pflücken?

© Fotos: Diamir Reisen

 

Elefanten Safari im Chitwan-Nationalpark

Aber man hat gar keine Zeit, sich zu fürchten, an der nächsten Lichtung sind es massige graue Körper, die einen neugierig anschauen. Aus kleinen Augen, die links und rechts von einem riesigen, spitzen Horn sitzen, schauen einen ein paar Nashörner an. Sie stehen in einem Tümpel, mitten zwischen Krokodilen, die ganz genau wissen, dass es wenig Sinn hat, ein Nashorn anzugreifen.

Elefanten-Safari im Chitwan-NationalparkAlle scheinen genau zu wissen, an welchen Platz sie gehören, wo ihre Stelle ist im Leben. Nur du als kleiner Mensch auf dem Rücken des Elefanten kommst dir gerade vor, wie mitten auf dem Teller der Nahrungskette.

Dieses Abenteuer nimmst Du mit zurück in die Lodge, in das gemütliche Gästehaus im Chitwan Nationalpark im Kathmandu Tal in Nepal, unter der Obhut der höchsten Berge der Welt, deren Spitzen in den Himmel ragen, dort, wo die Götter dieser Region längst beschlossen haben, dass Touristen nur gut sein können für den Nationalpark.

Himalaya Mount Everest

Nepal Himalaya Trekking Diamir

Warum so kleine Menschen unbedingt so hoch hinaus müssen erschließt sich mir nicht. Es muss eine Art Therapie gegen Höhenangst sein. Vielleicht ist es auch der Wunsch, Gott möglichst nah zu sein, was viele Bergsteiger, die den fast 9 Kilometer hohen Mount Everest besteigen sehr schnell erleiden können.

© Fotos: Diamir Reisen

Himalaya Trekking in Nepal

Mir reicht es bereits, wenn ich am Fuße der Alpen in der Sonne sitze und in Innsbruck einen Kaffee Mélange schlürfe. Dabei hätte ich in Pokhara oder Kathmandu doppelt so hohe Berggipfel im Blickwinkel, und ich hätte auch noch das seltene Erlebnis, bei frühlingshaften Temperaturen, das ganze Jahr über nepalesischen Blue Mountain Hochgebirgskaffee mit einem Tropfen Yakmilch zu genießen – wenn ich wollte.

Rhododendron-Blüte im dauerhaft nepalesischen FrühlingViele möchten allerdings diese hohen, schneebedeckten Skyscraper nicht nur im Blick haben. Sie möchten alle ihre Energie daran setzen, möglichst hoch zu ihnen hinauf zu klettern. Dabei dürfte mir als bloßer Betrachter dieser Bemühung aufgehen, dass die Menschen immer kleiner werden, wobei die Berge ihre imposante Größe behalten.
Und wie ergeht es denen, die sich auf dem Weg zum Berg befinden? Wird ihnen bewusst, wie winzig sie sind? Wie definiert es sich immer wieder neu für sie, wenn sie immer mehr gewahr werden, dass es kein Spaziergang ist, dass der Berg nicht kleiner wird und dass die Gipfel einfach nicht näher kommen wollen, je mehr man sich bemüht, je mehr einem der Atem wegbleibt, je schwerer das Gepäck auf den Schultern drückt, was man mitnehmen muss, um das nackte Überleben in dieser lebensfeindlichen Umgebung zu sichern?

Christoph Kolumbus

Christoph Kolumbus entdeckt die Bahamas

 

Bezeichnenderweise in Genua geboren, dort, wo sehr viele Mittelmeer Kreuzfahrten von MSC oder Costa beginnen, stellte sich Christoph Kolumbus in den Dienst der Spanischen Krone und versprach, einen Seeweg nach Indien zu entdecken, der nicht um das gefährliche Kap der Guten Hoffnung, um Südafrika herum führt. Er vertrat die Ansicht, dass die Erde zwar riesig groß, aber rund sei.

Bahamas Atlantis

Hotel Atlantis BahamasDass die Erde riesig groß ist, das bekamen er und die Besatzungen seiner drei Segelschiffe mit, als eine tagelange Flaute herrschte, obwohl kein Land in Sicht war. Das Meer kann riesig sein, und man kommt sich dann winzig klein vor. Wie der Entdecker von Amerika da wieder rausgekommen ist, wissen wir alle. Auch seine Überzeugungsarbeit mit dem Ei ist bekannt. Seine Mannschaft war allerdings erst endgültig  beruhigt, als eine Insel der Bahamas in Sicht kam. Nach alten Überlieferungen, wonach er hinter der Insel, an deren Küste sich die Brandung des Atlantiks brach eine riesige Bucht fand, in der die gesamte Spanische Armada hätte ankern können, so groß und so ruhig sei sie gewesen.

Cat Island Bahamas

Lange Zeit galt die jetzige Insel Cat Island als diese erste Insel, bis politische und touristische Entscheidungen die viel kleinere Insel San Salvador zur Ankunftsinsel von Kolumbus ernannt wurde. Jedenfalls fand Kolumbus auf diese Art und Weise das versunkene Atlantis wieder, meinte, er habe Indien entdeckt und hatte tatsächlich der spanischen Krone die riesige kontinentale Landmasse von Nord- und Südamerika erschlossen.

Costa Rica Dschungel Expedition

Costa Rica blauer Vogel im Dschungel

diesen kleinen blauen Vogel entdeckt man bei Dschungeltouren z.B. in Costa Rica nur, wenn einem ein Guide zeigt, wo man hingucken muss

Es gibt einige Rundreisen, die genau das machen: Im Dschungel herumkriechen und Tiere und Blumen suchen. Kundige Führer sehen alles schon viel früher. Und sie vermitteln einem auch, dass auch die Tiere ihr Problem mit dem nahezu undurchsichtigen Grün haben, zu dessen unteren Etagen kaum noch Sonnenstrahlen durch dringen. Deswegen sind Vögel auch bunt. Sie müssen sich ja schließlich irgendwie bemerkbar machen. Andere Tiere haben Tarnfarben entwickelt, um zu jagen oder nicht gejagt zu werden. Vögel und Schmetterlinge sind die Tiere im Dschungel, denen es wichtiger ist aufzufallen, als unentdeckt zu bleiben. Die haben es gut, wenn Gefahr droht, fliegen sie davon. So hat alles seinen Sinn in der Natur. Nichts ist zufällig, alles hat sich über trial and error dahin entwickelt, wo es zur Arterhaltung das optimale Erscheinungsbild bietet.

Costa Rica DschungelCosta Rica Dschungel

Der Dschungel in Costa Rica ist ein wirklich gutes Beispiel dafür, wie klein wir Menschen mit unseren Erfindungen und Entwicklungen sind. Wie groß dagegen die Natur ist, erfährt man selbst bei einer solchen Rundreise, bei einer Fotopirsch im Dschungel. Costa Rica hat sich darauf spezialisiert, Touristen in ihren Naturreservaten die Natur zu zeigen. Es gibt geführte Wanderungen am Waldboden genauso, wie es hängende Wege in hunderten von Metern Höhe zwischen den Baumwipfeln gibt. Ökologisch ist es allemal. Die eingenommenen Gelder werden vom Staat für den Naturschutz genutzt, dienen zur Erhaltung bedrohter Arten und zur Aufforstung des wertvollen Nebelwaldes.

Christo Redentor

Christo Redentor Rio de JaneiroBlick auf den Zuckerhut von Rio

In Rio De Janeiro steht auf dem Berg Corcovado über der Copacabana die 30m hohe Jesusstatue auf einem 8m hohen Sockel und schaut mit ausgebreiteten Armen aufs Meer hinaus über das Wahrzeichens Rio, dem Zuckerhut hinweg.
Christo Redentor heißt schlicht übersetzt: Christus, der Erlöser. 1931 wurde die Artdeco Statue aus Stahlbeton eingeweiht. Seit 2006 ist sie katholischer Wallfahrtsort. Ein Jahr später gehörte die Statue zu den 7 neuen Weltwundern. Zu ihr hochzukraxeln, notfalls mit dem Touristenbus bis nahe an den Sockel zu fahren gehört zum Pflichtprogramm eines touristischen Besuchs von Rio de Janeiro. Und dann wird ein Selfi geschossen, auf dem Christo gewaltig groß aussieht und man selbst winzig klein dagegen.

Foto © Timo Iserlohe

Kreuz des Südens

Das hält man aus. Aus katholischer Christ sowieso. Als Katholik ist es einem bewusst, dass man klein ist und dass der Himmel groß ist. Steht man nach Sonnenuntergang noch an der Statue von Christo Redentor, bedarf es dieser Jesusstatue nicht, um sich angesichts des Himmels sehr klein vorzukommen. Bei klarem Himmel, und das ist angesichts der Luftverschmutzung über Rio und der Lichtemission aus der Stadt herauf eigentlich recht selten, auch bei wolkenlosem Himmel, sieht man den Sternenhimmel über der Südhalbkugel leuchten. Das Kreuz des Südens sieht man noch nicht sehr hoch, dafür ist Rio noch zu nah am Äquator. Aber bei guter Sicht, meist, wenn gerade ein Gewitter den Schmutz aus der Atmosphäre gespült hat, sieht man es am Horizont raufkommen. Alpha Centauri, der nächste Nachbarstern der Sonne, „nur“ 4 Lichtjahre entfernt ist von Rio aus zu sehen. Das ist gelebte Mystik, ein esoterisches Bewusstwerden. Katholizismus hin oder her. Man kann jeder Religion angehören. Angesichts der Sterne werden unsere irdischen Dinge unbedeutend. Und wenn man dann noch die Silhouette des Christo Redentor mit seinen ausgebreiteten Betonarmen über sich weiß, die Scheinwerfer wegen des Gewitters noch ausgeschaltet sind und der Aufseher einen gegen ein paar Dollar immer noch oben rumlaufen lässt, dann kriegt man dieses Gefühl der Größe, obwohl man ja klein ist.

Ein Leben lang

Ja-Wort vor Mont Saint Michel

Wer sich das Ja-Wort zu einem Bund fürs Leben gibt, sucht instinktiv nach Zeichen, nach Ritualen, die einem die Sicherheit geben, dass das auch so klappt, wie man sich das vorstellt.

Die meisten sind nicht so wohlhabend, dass sie sich öfter ein prächtiges Brautkleid leisten können, einen Profi-Fotografen, der einen in Szene setzt für das Foto, das einem das ganze Leben auf dem Kaminsims sagt, dass man einmal so viel Vertrauen in das Leben bewiesen hat, soviel Mut in die Zukunft gehabt hat, dass es sogar dafür reicht, jemanden völlig anderen damit einzubeziehen.

Garantie für Glück

Eine Garantie gibt es nicht. Man hat so viele Eindrücke und Begegnungen heutzutage, dass man ständig versucht ist, zu vergleichen. Was wäre gewesen, wenn jemand von diesen Begegnenden einem früher über den Weg gelaufen wäre?
Man hält sich für so groß, dass man meint, Maßstäbe ansetzen zu können, die nicht einmal die Götter der Antike hatten. Wenn man sich mal anschaut, wie eifersüchtig die Götter der nordischen Völker waren, wie sie sich betrogen haben und sie sich gegen Neid und Gier durch immer neue Gesetze verwahren mussten. Da waren die Hunderte von Göttern im alten Babylon, in Ägypten. Die griechischen Heroen und die römische Götterwelt waren auch nicht gefeit, denen gelang es auch nicht immer, den Begierden und den Körpersäften zu widerstehen. In der hinduistischen Götterwelt wurden deshalb immer neue Götter kreiert, wenn es mal Unzulänglichkeiten gab und die man dem gemeinen Fußvolk nicht zumuten wollte, solange, bis sich Gut und Böse wieder aufhob, bis wieder Harmonie im Himmel herrschte. Selbst die Götter der Azteken, Mayas und Inkas wurden bei Bedarf ausgetauscht, ergänzten sich im Prinzip zur perfekten Götterwelt.

Zweisamkeit vor Mont Saint Michel

Und wir sind immer nur zu zweit! Dass wir dann starke Bilder benötigen, große Symbole, göttliche Zeichen, damit wir kleinen Menschenkinder vor den Unwägbarkeiten der Zukunft halbwegs Schutz erfahren, dafür steht dieses Foto vor der Klosterinsel Mont Saint Michel in der Normandie in Frankreich.

Viele heiraten für ihr ein-Leben-lang im Ausland, im Rahmen eines Urlaubs, Hochzeitsreise inbegriffen. Das hat Symbolwert, das ist transzendent. An zwei Dinge gleichzeitig erinnern, die beide einen sehr hohen positiven Erinnerungswert haben, das ist schlau. Heiraten im Ausland, dafür sind die Profis in den Reisebüros übrigens recht gut bewandert. Die wissen wo, wie, und das Warum, das kommt dann bei der Beratung auch manchmal wieder in Erinnerung.

Mauern in Mahdia

Festung Al Borj Al Kebir in Mahdia TunesienFestung Al Borj Al Kebir in Mahdia

Mitten in Mahdia, zwischen Sfax und Monastir befindet sich die Festung Al Borj Al Kebir, die Ende des 16. Jahrhunderts zur Zeit der türkischen Besatzung Nordafrikas, des heutigen Tunesiens erbaut wurde, um sich gegen die Spanier zu behaupten.

Wenn man dort oben steht und auf das Mittelmeer hinaus schaut, dann erahnt man die wechselvolle Geschichte dieser Küste. Warum haben Menschen sich nicht gegenseitig in Ruhe gelassen? Warum mussten diese Festungsmauern errichtet werden, von denen man herunter den Feind abwehren konnte?
Bereits im 1. Jahrtausend wurde Mahdia von Genua und Pisa aus angegriffen. Im 14. Jahrhundert war Mahdia Ziel eines der vielen Kreuzzüge. Dabei waren die Menschen dort bloße  Fischer. Die Zeiten der Kornkammer für das römische Reich war eh lange vorbei. Und Olivenbäume gab es im Landesinneren, Die Landzunge von Mahdia war viel zu rau für Landwirtschaft.

Da steht man dann da oben zwischen den Zinnen, die so mächtig gebaut waren, damit sie Kanonenkugeln trotzten und stellt sich vor, wie klein ein Soldat gewesen sein muss angesichts des großen Hasses, der ihn überrollen wollte. Mahdia war Anfang des 2. Jahrtausend eine neue Destination für Pauschaltouristen aus Europa. Es wurden neue Hotelresorts geplant, gebaut.
Der Arabische Frühling, der viel versprochen hatte, war eine kurze Unterbrechung des Tourismus. Die politischen Unruhen und Anschläge auf Touristenhotels haben die Touristenströme versiegen lassen. Man meidet Tunesien nach Möglichkeit. Wann sich das wieder ändern wird? Es ändert sich über die Jahrhunderte immer was. Und die Mauern der Festung Al Borj Al Kebir sind Zeugnis dafür.

Petra Jordanien

Petra Hauptstadt der Nabatäer in JordanienPetra Hauptstadt der Nabatäer

Wer heute bei der Konfrontation des Islam und des Christentums nach Orientierung sucht, sollte sich unbedingt mit der Person Jean Louis Burckhardt befassen. Er war es, der Petra und Abu Simbel Anfang des 18. Jahrhunderts für die westliche Welt entdeckt hat. Der Schweizer Natur- und Geschichtswissenschaftler studierte u.a. in Aleppo, nahm den islamischen Glauben an, gab sich entsprechend einen arabischen Namen und konnte so Eindrücke von z.B. Mekka oder Timbuktu übermitteln, die nicht Muslimen einfach unzugänglich waren und heute auch noch sind. In 350 Manuskriptbänden beschreibt er, wie er als erster Europäer nach vielen Jahrhunderten der Verborgenheit die Felsenstadt der Nabatäer sah. Dieses schiere, pure Erstaunen, was er beschreibt, diese Ergriffenheit darüber, was einem ein Ausschnitt zwischen nackten Felsen plötzlich Wunderbares offenbart, das kann jeder heute selber erleben, wenn er als Tourist, als Rundreisender den Fußmarsch durch den Siq, durch die anderthalb Kilometer lange Felsenschlucht sucht, schon erstaunt ist von den Farben, die der Fels bietet, von der offenen Wasserleitung, die an den steilen Felswänden vorbeiführt, von den wenigen Büschen, die über ihm in 70 Metern Höhe das Sonnenlicht suchen. Alles ist so riesig groß und selbst ist man so winzig klein. Und dann kommt man in der letzten Kehre der Schlucht an den Punkt, wo man begreift, wie winzig klein man doch angesichts der großen Taten längst vergangener Kulturen ist. Dann sieht man das!

UNESCO Weltkulturerbe Petra

Wer es nicht selbst erlebt hat, wird in dem Bild nicht erkennen können, wie es ist, die letzten Meter hinaus ins Licht, in die andere Dimension, in die Stadt der Nabatäer mit ihren in Fels getriebenen Palästen.